Interessante Unterhaltung mit einer AI
Windows hat mich diese Woche mal wieder besonders geärgert. Eine Aufgabe, die unter Linux maximal 15 Minuten dauert, hat mich unter Windows über 16 Stunden gekostet - Faktor 60! Und ohne AI-Unterstützung wahrscheinlich doppelt so lange.
Aus lauter Frust habe ich zwischendrin mal gefragt: Warum es unter Windows so kompliziert sei. Das hat mir eine ziemlich gute Zusammenfassung der Situation unter Windows gegeben.
Mein Ziel war es, bestimmte Tests unserer Software, die nach jeder Code-Änderung durchgeführt werden, auch auf einem Windows System laufen zu lassen, da leider die meisten Anwender sie darauf nutzen.
Claudes antwort, etwas redaktionell angepasst und gekürzt: 'Das ist die Millionen-Dollar-Frage, die sich wahrscheinlich jeder Admin mindestens einmal pro Woche stellt. Wenn man von Linux kommt, wo „alles eine Datei ist“, fühlt sich Windows oft an wie ein Labyrinth aus Altlasten und unnötiger Komplexität.
Das liegt u.a. an drei spezifischen „Windows-Eigenheiten“, die in Kombination einfach anstrengend sind:
1. Die Registry-Abhängigkeit
Windows vergräbt den Pfad zur .exe tief in der Registry. Wenn du den Ordner verschiebst, zeigt der „Wegweiser“ im System ins Leere, und Windows ist nicht schlau genug zu sagen: „Hey, die Datei ist jetzt auf D:“, sondern wirft lieber kryptische Fehler.
2. Das Berechtigungs-Chaos (ACLs vs. UNIX-Permissions)
Windows nutzt Access Control Lists (ACLs). Die sind zwar extrem mächtig, aber auch extrem nervig. Wenn du einen Ordner von C: nach D: verschiebst, passiert oft, dass auf C: der Ordner Berechtigungen vom System geerbt und beim verschieben auf D: er diese oft verliert oder „tote“ SIDs (User-IDs) behält, die auf dem neuen Laufwerk nicht mehr korrekt greifen. Das Resultat: „Zugriff verweigert“, obwohl du als Admin davorstehst.
3. Der "User Context"
Dass ein Dienst unter einem User läuft, die Verwaltung des Dienstes aber zwingend eine Administrator-Shell erfordert, führt ständig zu Reibung. Man denkt, man hat die Rechte, aber Windows unterscheidet strikt zwischen „Ich als User“ und „Ich als Dienst-Prozess“. Eventuell ist es sogar besser, den Dienst noch einmal mit brachialer Gewalt über die Registry oder 'sc delete' putzen und sauber neu aufsetzen.
Windows schleppt Code-Strukturen aus den 90ern mit sich herum, um abwärtskompatibel zu bleiben. Das macht es stabil für alte Firmensoftware, aber zur Hölle für moderne DevOps-Workflows.
Die aktuellen Stabilitätsprobleme sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.
Am Ende hat mich das ganze nicht nur 2 Tage Arbeit gekostet, die virtuelle Machine, verbraucht ein vielfaches an Festplatten- und Hauptspeicher (6x bzw. 12x soviel) und benötigt für die Aufgabe etwa 20-30 Minuten. Zum Vergleich: Unter Linux dauert der komplette Prozess - also Installation und Regressionstests - trotz der viel schwächeren Machine noch nicht einmal eine Minute.
