Definierte Prozesse und Agilität

Eine der größten Missverständnisse ist das „agile“ Unternehmen keine definierten Prozesse mehr bräuchten, während „schlechte Prozesse“ und Prozessmanagement als Kriterium für die alte Welt gesehen werden. Das ist aber so nicht richtig.

Einerseits wird Agilität häufig dort eingesetzt, wo Neuland betreten wird. Hier stellt man dann häufig fest, dass es gar keinen definierten Prozess gibt oder die Prozessdokumentation nicht passt. Dann wird der Prozess als Nebenprodukt erstellt bzw. angepasst. Fehlt diese Dokumentation bedeutet dies, dass der Prozess jedes Mal wieder von Neuem entdeckt werden muss. Das bedeutet unter Umständen, dass man Fehler wiederholt und Verbesserungspotentiale nicht ausschöpft. Die Qualität des Ergebnisses ist mehr oder weniger zufällig.

Wenn man sich auf bekanntem Terrain bewegt, hat man es mit existierenden Prozessen zu tun. Diese passen unter Umständen aber nicht mehr zum agilen Vorgehen. Die Lösung besteht aber nicht darin, diese Prozesse zu ignorieren und auf Prozesse zu verzichten. Es ist wichtig, dass die bestehenden Prozesse „agilisiert“ werden, und dass gilt ganz besonders für den Meta-Prozess, also den Prozess zur Anpassung der Prozesse.

Gerade dieser Prozess muss eine gute Balance zwischen Anforderungen an Stabilität und Geschwindigkeit ermöglichen.